OFFICIUM | Programm

Cristobal de Morales (um 1500 - 1553) | Officium defunctorum


Rudolf Kelterborn (*1931) | Tres Cantiones sacrae  

 

Olivier Messiaen (1908 - 1992) | O sacrum convivium


Hans Schanderl (*1960) | Gebet



Das zentrale Werk ist das Officium defunctorum eine Vertonung der Totenwache von Cristobal de Morales us den Jahren 1526/28. dieses Werk ist in fünf Teile Gegliedert, wobei Morales nicht den ganzen Text der traditionell-katholischen Totenwache vertont hat. Die Texte stammen aus dem biblischen Buch der Psalmen Davids und aus dem Buch Hiob. Thematisch geht es um Lobpreis Gottes, die Bitte nach Vergebung der Sünden und die Sehnsucht nach der Berfriung und Erlösung von irdischen Qualen.

 

Speziell an dem Werk ist die einfache hopophone Satzart. Diese entsteht durch die schlichte harmonisierung der gregorianischen Choräle. Innigkeit und Verletzlichkeit und andererseits eine fast schon monumentale Erhabenheit treffen hier aufeinander.

 

O sacrum convivium von Olivier Messiaen ist ein wunderschönes, auch homophon gesetztes Chorstück. Der Text behandelt das heilige Abendmahl und die damit verbundene Dankbarkeit über die Leiden Christi. Messiaen orientiert sich an den Modi mit begrenzter Transponierbarkeit. Obwohl Messiaen nicht viel vom Jazz gehalten hat, hat sein Ansatz dieser Modi und den daraus entstehenden Harmonien einen grossen Einfluss auf die Entwicklung der modernen Jazzmusik.

 

Tres cantiones sacrae von Rudolf Kelterborn besticht mit einer Kompositionsweise, die sich stark an Klangfarben orientiert. In dem 7-stimmigen Chorsatz entsteht ein flimmerndes, vibrierendes und tief erschütterndes Gesamtbild.

Die Texte stammen von Augustinus von Hippo (354-430) und beschäftigen sich in einer ähnlichen Weise wie das Officium defunctorum mit Themen wie der Sehnsucht nach dem Frieden und der Ruhe in Gott.

 

Zum Gebet von Eduard Mörike (1804-1875) komponierte Hans Schanderl einen intensiven, sehr affektvollen Chorsatz. Schanderl spielt mit dem Wechsel zwischen 3/4- und 6/8-Takt. Cluster-Klänge und scharfe Dissonanzen sind hier Programm. Durch diese verschiedenen Ebenen wird das eindringliche Gedicht auf beeindruckende Weise dargestellt.